Digitalisierung: Möglichkeiten und Gefahren

Titelfoto: Schilke / Spectaris

Grundsätzlich hat das Spectaris-Trendforum – besser gesagt haben die Referenten dort – wieder eine Erkenntnis bestätigt: Die Digitalisierung bietet mehr Möglichkeiten als Gefahren. Vorausgesetzt, man weiß, was auf einen zukommt und man weiß, wie man damit umzugehen hat. Konkret kümmert sich das Trendforum um die Augenoptik, wenngleich traditionell mehr Industrievertreter als Inhaber oder Leiter von stationären Betrieben in Berlin zu Gast sind, sind die dort präsentierten Themen mindestens auf den zweiten Blick auch für die Fachleute im Einzelhandel interessant. Zumindest sollten sie es sein! 

In diesem Jahr war Christoph Keese als anerkannter Experte der Digitalisierung gleich zu Beginn des Tagungsprogramms dafür verantwortlich, anschaulich in das Thema des Tages hineinzuführen: Spectaris hatte als Industrieverband unter dem Motto „Wir sind digital“ weniger die noch immer recht analoge Branche der Augenoptiker als vielmehr deren Kunden im Blick, die zunehmend eine digitalere Haltung einnehmen. Gut, dass viele Leute aus der Branche dabei waren; die Chance zum Netzwerken und zum Austausch unter Gleichgesinnten zogen dabei auch dieses Mal mindestens so gut wie die Location; die Classic Remise in Berlin mit ihren sensationellen Autos ist auch ohne Tagung einen Besuch wert. 

Mein Lieblingszitat des Tages stammt von Dirk von Gehlen, dessen Ansichten zur Digitalisierung ich gleich in den Themenplan der DOZ gehievt habe. „Überforderung ist kein Problem, sonder der Default-Modus unserer Zeit“. Da freue ich mich doch auf das neue Buch des Journalisten der Süddeutschen Zeitung, das ich bestellt habe – online natürlich. 

Erwischt – zum zweiten MAL!

Den Vortrag von Richard David Precht habe ich mir erspart, aber ziemlich sicher ging es dabei auch eher um sein aktuelles Buch. Er war auch der Einzige, der das Werk inmitten den Treibens beim Trendforum verkaufen durfte. Er war auch offensichtlich der Einzige, der sich nicht hinten in der Schlange an der Kaffee-Bar anzustellen brauchte – übrigens habe ich ihn dabei schon zum zweiten Mal erwischt, denn der feine Herr Precht war ja schon einmal vor einigen Jahren in Berlin zu Gast. Na ja, ich bin ja im Umgang mit Prominenz durch meine frühere Tätigkeit geübt, auch wenn diese meist weniger philosophisch daher kam, aber irgendwie passt das zum Bild, das ich von dem Herrn habe. Ungeachtet dessen, gibt er ja sicher schlaue Dinge von sich – oder zumindest beruhigende für „meine“ Branche: „Künstliche Intelligenz kann nicht alles ersetzen. Das Handwerk wird zu den Gewinnern der Digitalisierung gehören, da den Menschen Handgemachtes wieder wertvoller erscheinen wird.“ Na dann … 

Ein bisschen Angst habe ich dann aber doch beim Vortrag von Professor Wolfgang Ertl von der Hochschule Ravensburg-Weingarten bekommen, der Künstliche Intelligenz erforscht und meinte, dass er nicht so begeistert sei von den Dingen, die er entwickelt. Warum? Vielleicht, weil er eine Ahnung hat von dem, was heute schon alles möglich ist und besser nicht in falsche Hände gelangen sollte. Dieses Video stammt aus einem Spielfilm, macht mich aber deswegen nicht weniger nachdenklich. Gut, dass ich mich vielmehr um die Digitalisierung in der Augenoptik kümmere, das ist zumindest derzeit noch nicht gemeingefährlich und bietet mehr Möglichkeiten als Gefahren. 

Falls ihr euch registrieren möchtet, auf der DOZ-Seite gibt es noch mehr zumTrendforum.

 

Kommentare