EssilorLuxottica: Fusion ist durch

Angesichts der aktuellen Meldung zur Fusion von Essilor und Luxottica zu EssilorLuxottica kommt mir mein Besuch bei Essilor in Paris wieder in den Sinn. Ich erinnere mich noch ganz gut daran, dass die DOZ die einzige Fachzeitschrift in der Augenoptik war, die das Thema kritisch beäugte. Kritisch, nicht unfair oder parteiisch. Als das Gerücht Fahrt aufnahm, dass Essilor und Luxottica fusionieren wollen, war die Fachpresse fortan merkwürdig teilnahmslos. Die DOZ aber hakte nach, machte auch ihre Sicht der Dinge deutlich und wurde dann nach Paris in die Essilor-Zentrale eingeladen. Es entstand ein denkwürdiges Interview mit dem damaligen Europapräsidenten Essilors, Bernhard Nuesser, noch ehe er quasi mit der Freigabe der Interview-Antworten zum weltweit für die Online und Digital-Strategie verantwortlichen „President Online and Member of the Management Commitee of Essilor“ befördert wurde. Freilich ist mir das Interview wegen der netten Kontakte, aber noch viel mehr wegen des schwierigen Freigabeprozesses gut in Erinnerung geblieben.

Lange her. Nun ist es amtlich.

Lange her. Nun ist es amtlich. EssilorLuxottica betritt vereint die Bühne und wird die Branche verändern. Den Satz zur vollendeten Fusion von Hubert Sagnières, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des neuen Megakonzerns, muss man wie eine Warnung lesen. In die sind alle Befürchtungen der letzten Jahre der anderen Branchenteilnehmer zusammengefasst – in wenigen krachenden Worten. „EssilorLuxottica ist nun in der Lage, in allen wichtigen Segmenten, von den Gläsern über die Fassungen bis hin zum physischen und Online-Vertrieb, zu wachsen.“ Nicht unbedingt weniger bedrohlich kommt das offizielle Zitat von Leonardo Del Veccio daher, der fortan als Vorstandsvorsitzender von EssilorLuxottica agiert. „Wir stehen am Anfang eines neuen Kapitels unserer Geschichte, indem wir Brillenfassungen und Brillengläser unter einem Dach vereinen und unser vertikal integriertes Geschäftsmodell vervollständigen“, sagt er.

Nicht nur ich bin sehr gespannt, was da auf die Augenoptik zukommt. Ein Riese, gewiss, der seine Fußstapfen bald hinterlassen wird.

PS. Das Handyfoto, das Bernhard Nuesser zeigt, ist qualitativ damals zu Recht durchgefallen. Heute ist es nicht besser, aber immerhin rechtefrei.  

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